Dienstags habe ich immer meinen freien Tag. Daher bin ich recht früh aufgestanden und habe mir die Wetteraussichten für diesen Tag angeschaut. Es sollte trocken bleiben, hin und wieder könnte auch etwas Sonne zum Vorschein kommen.

Mehr Infos brauchte ich nicht und packte meine Sachen für einen Tag oder zumindest für ein paar Stunden, die ich draußen verbringen würde. Ich wollte mit dem Rad wieder einmal an den Strand fahren, denn da war ich schon lange nicht mehr. Nachdem mein altes Fahrrad im Sommer seinen Geist aufgab, konnte ich einige Zeit keine längeren Strecken als bis zur Arbeit unternehmen. Doch endlich habe ich wieder ein funktionierendes Rad und so konnte ich endlich mal wieder ein paar Touren planen und wagen.

Für diejenigen, die meinen Blog zum ersten Mal besuchen: Ich besitze kein Auto und daher erledige ich alles mit dem Rad oder den öffentlichen Verkehrsmitteln.

Ich packte also Essen und Trinken für meine Fahrt ein, aber auch eine kleine Malausstattung. Ausgerüstet mit Handschuhen und Mütze (und natürlich auch sonst warm gekleidet) fuhr ich dann in ca. 40 Minuten bis zum Strand. Ich wollte unbedingt wieder einmal MEER sehen. Wer mich kennt, weiß, dass ich das Meer liebe, es am liebsten male, im Sommer am liebsten darin schwimme und wenn meine Fantasie wieder mit mir durchbrennt, dann erfinde ich Geschichten vom und am Meer. Das Meer ist soetwas wie ein Lebenselixier für mich. Bin ich am Meer, vergesse ich alle Sorgen und erlebe den Hier-und-Jetzt-Moment.

Während ich auf dem Deich Richtung Leuchtturm lief, wehte mir ein ziemlich kalter Wind ins Gesicht. Das war so fies, dass ich die Idee, am Leuchtturm mein erstes Bild zu malen, wieder verwarf. Ich ging also wieder Richtung Fähranleger zurück, denn dort gab es einige Büsche, hinter denen man sich vor dem kalten Wind verstecken konnte.

Unweit des Anlegers plazierte ich mein Rad im Sand hinter einigen Sträuchern und holte meine Malsachen raus. Es war jedoch auch hier ziemlich kalt, auch wenn der Wind nicht ganz so stark um die Ecke pfiff. Ich hatte zwar einen kleinen Anglerstuhl dabei, doch ich packte ihn nicht aus. Ich wusste, dass ich hier nicht lange bleiben würde. So legte ich mein Skizzenbuch auf dem Sattel ab, die Stifte, Pinsel und den kleinen Aquarellkasten auf dem Gepäckträger. Im Stehen begann ich meine Skizze und mischte Farben an. Den Kasten hielt ich dafür immer mal wieder in der Hand, doch ohne Handschuhe war mir dieser nach einiger Zeit zu kalt und ich legte ihn auf meinem Skizzenbuch ab. Eine Windböe erfasste den Kasten und warf ihn in den Sand. Einige Näpfe fielen heraus, andere blieben zwar drin, waren aber nun mit kleinen Sandkörnern bestückt.

In etwa 15 Minuten schmierte ich mit kalten Fingern in das kleine Skizzenbuch das Strandmotiv hinein. Danach packte ich alles zusammen und schon mein Rad ein Stück. Erst nach weiteren 15 Minuten wurde mir wieder etwas wärmer. Trotz, dass mir nun etwas wärmer war, hielt ich nicht noch einmal für eine weitere Zeichnung an. Motive fand ich jedoch genügend und als dann auch noch die Sonne durch die Wolken schimmerte, machte ich nur noch einige Fotos, um die gefundenen Motive später zuhause zu malen.

Ich machte mit dem Rad noch einen kleinen Rundgang zur Steilküste zwischen Falckensteiner Strand und Schilksee, danach ging es wieder zurück zum Falckensteiner Strand, wo ich die Sonne noch ein letztes Mal sah, bevor sie wieder hinter dicken grauen Wolken verschwand. Dies nahm ich zum Anlass, wieder zurück nach Hause zu fahren, auch wenn ich keinen ganzen Tag am Strand war, so waren es immerhin ein paar Stunden voller Entspannung und einiger kleiner Abenteuer.